Choreographie von Sasha Waltz
auf Grundlage der Oper »Medeamaterial« von Pascal Dusapin zum Text von Heiner Müller
Uraufführung
Grand Théâtre de Luxembourg
23. Mai 2007
Deutschlandpremiere
Staatsoper Unter den Linden
Berlin
16. September 2007
Nach Sasha Waltz’ erster, weltweit gefeierter Operninszenierung, »Dido & Aeneas« von Henry Purcell, die im Jahr 2005 entstand, beschäftigt sich die Choreographin nun mit der Tragödie der Medea.
Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen ältere Auslegungen des Stoffes sowie zeitgenössische Interpretationen, die das von der Antike gezeichnete Bild der Medea als Furie, Rächerin und Kindsmörderin kontrastieren: Christa Wolfs Roman »Medea. Stimmen« liefert wichtige Anstöße. Sasha Waltz lenkt den Blick auf die weibliche Kraft der Heilerin, der Mutter – dabei gehen die kreative und die zerstörerische Kraft der Figur in ihrer Arbeit ein ausgeprägtes Spannungsverhältnis ein.
Pascal Dusapins Komposition »Medeamaterial« (1991) zum Text von Heiner Müller ist die Basis für die choreographisch-musikalische Auseinandersetzung mit dem Mythos Medea – erneut in Zusammenarbeit mit der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Vocalconsort Berlin. Die musikalische Leitung übernimmt Marcus Creed, die Solopartie der Medea die renommierte Koloratursopranistin Caroline Stein. Die Interpretation des mythischen Stoffes ermöglicht Sasha Waltz eine Verschmelzung all ihrer künstlerischen Mittel. Die antike Welt wird sichtbar in raumfüllenden Gruppenformationen, die archaische Bildsprache fließt in das Bewegungsvokabular ein und stellt so einen narrativen Bezug her.
In der Arbeit mit großen Kollektiven findet Sasha Waltz eine glückliche Entsprechung in der Musik Pascal Dusapins, der in seiner Oper einer Koloratursopranistin fast durchgängig einen Chor (vom Vokalquartett bis hin zu 20 Sängern) als Partner, Echo und Reflektion beistellt. Pascal Dusapin (*1955), Meisterschüler von Iannis Xenakis, gilt als wichtigster französischer Komponist der Gegenwart. Seine Werke entstehen stets in der Auseinandersetzung mit anderen Kunstformen – er studierte Bildende Kunst und Kulturwissenschaften an der Pariser Sorbonne. Dramatische Literatur und Lyrik beeinflussen sein Schaffen ebenso wie Philosophie und Geschichte. Als zeitgenössischer Komponist beschäftigt er sich außerdem intensiv mit Alter Musik: Seine Oper »Medeamaterial« schrieb er für das renommierte Barockorchester La Chapelle Royale und das Collegium Vocale Gent.
Regie
Choreographie
Sasha Waltz
Musikalische Leitung
Marcus Creed
Konzept Bühne/Video
Sasha Waltz
Bühne
Pia Maier Schriever
Thomas Schenk
Heike Schuppelius
Kostüme
Christine Birkle
Licht
Thilo Reuther
Dramaturgie
Jochen Sandig
Yoreme Waltz
Solistin (Sopran) Caroline Stein
Tanz
Choreographie
Liza Alpizar Aguilar
Jiri Bartovanec
Davide Camplani
Maria Marta Colusi
Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola
Luc Dunberry
Gabriel Galindez Cruz
Mamajeang Kim
Pinar Ömerbeyoglu
Virgis Puodziunas
Sasa Queliz
Mata Sakka
Yael Schnell
Xuan Shi
Davide Sportelli
László Sandig
Luna Zscharnt
Solistenquartett
Gesa Hoppe
MedeaStimme 1
Sopran
Cécile Kempenaers
MedeaStimme 2
Sopran
Anne-Kristin Zschunke
MedeaStimme 3
Mezzosopran
Bettina Ranch
MedeaStimme 4
Alt
Vocalconsort Berlin
Ulrike Barth
Inge Clerix
Viola Wiemker
Susanne Wilsdorf
Sopran
Wiebke Kretzschmar
Dorothee Merkel
Anja Simon
Claudia K. van Hasselt
Alt
Klaus-Martin Bresgott
Stephan Gähler
Florian Schmitt
Markus Schuck
Tenor
Matthias Jahrmärker
Hans Wijers
Bariton
Simon Berg
Simon Borutzki
Stefan Drexlmeier
Kai-Uwe Fahnert
Bass
Akademie für Alte Musik Berlin
Bernhard Forck
Dörte Wetzel
Edburg Forck
Kerstin Erben
Uta Peters
Barbara Halfter
Erik Dorset
Thomas Graewe
Gabriele Steinfeld
Hilke Andresen
Anja-Regine Graewel
Clemens-Maria Nußbaumer
Annette Geiger
Johannes Platz
Jan Freiheit
Antje Geusen
Barbara Kernig
Lidewij Scheifes
Walter Rumer
Mirjam Wittulski
Raphael Alpermann
Eine Produktion von Sasha Waltz & Guests in Ko-Produktion mit dem Grand Théâtre de Luxembourg im Rahmen der Kulturhauptstadt Luxembourg 2007, der Akademie für Alte Musik Berlin und der Staatsoper Unter den Linden Berlin.