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sasha waltz & guests
Sasha Waltz & Guests wurde 1993 von Sasha Waltz und Jochen Sandig in Berlin gegründet. Seitdem haben über 150 Künstler - Architekten, Bildende Künstler,
Choreographen, Filmemacher, Musiker, Schauspieler und Tänzer - aus 25 Ländern in über 30 Produktionen, Dialoge- Projekten und Filmen als »guests« mitgewirkt. Das aktive Repertoire umfasst 16 Stücke. Mit weltweit 120 Vorstellungen pro Jahr stellen Sasha Waltz & Guests eines der erfolgreichsten internationalen Kulturunternehmen dar. Durch die Gründung der Sophiensæle im Jahre 1996 wurde eine bedeutende europäische Produktionsstätte für freies Theater in Berlin etabliert. In der Zeit von 1999–2004 konzentrierte sich die Arbeit von Sasha Waltz und Jochen Sandig auf die Künstlerische Leitung der Schaubühne am Lehniner Platz, mit der die Company seit 2005 in Form einer Kooperation weiter in Verbindung steht. Seit der Eröffnung am 9. September 2006 arbeitet Sasha Waltz & Guests intensiv mit dem interdisziplinären Produktions- und Ausbildungszentrum Radialsystem V in Berlin zusammen, der Ort, an dem u. a. die Opernchoreographie »Medea« von Sasha Waltz entstanden ist.


Geschichte der Company
Sasha Waltz & Guests ist keine konventionelle Tanzcompagnie. Das Künstlerkollektiv wurde 1993 von Sasha Waltz und Jochen Sandig in Berlin gegründet. Über 100 Künstler aus 25 Ländern haben in den vergangenen 12 Jahren in mehr als 20 Produktionen und Projekten als »Guests« mitgewirkt. Zwischen 1993-95 entstand mit wechselnden Gästen die Travelogue-Trilogie, die über 30 verschiedene Länder bereiste. Tänzer dieser Ära sind heute zum größten Teil selbst Choreographen, unter ihnen Persönlichkeiten wie Thomas Lehmen aus Berlin und Nasser Martin-Gousset aus Paris. Nach Abschluss der Trilogie entschied sich Sasha Waltz mit einer neuen Generation von Tänzern zusammen zu arbeiten und erneuerte das Ensemble komplett bis auf die Japanerin Takako Suzuki, die seit 1992 bis heute kontinuierlich mit Sasha Waltz arbeitet. Hinzu kamen die Tänzer Luc Dunberry, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Laurie Young, Nicola Mascia u.a. Die erste gemeinsame Arbeit »Allee der Kosmonauten« war gleichzeitig die Eröffnung einer neuen Produktions- und Spielstätte, die Sasha Waltz und Jochen Sandig gemeinsam betrieben. Innerhalb kürzester Zeit füllten die sophienæle eine wichtige Lücke in der Berliner Kulturlandschaft und stellen heute, 10 Jahre nach der Gründung, eines der wichtigsten frei produzierenden Theater Europas dar. »Allee der Kosmonauten« wurde zum 34. Theatertreffen eingeladen, die arte-Verfilmung des Stückes wurde 2000 mit dem Adolf-Grimme-Preis als zukunftsweisende Produktion für den Bereich Tanz im Fernsehen ausge-zeichnet. Als großer internationaler Erfolg tourte »Allee der Kosmonauten« ebenso wie die
»Travelogue-Trilogie« durch die ganze Welt. Es folgten »Zweiland« (1997) und »Na Zemlje« (1998), für das Sasha Waltz ihr Ensemble um sechs russische Tänzer erweiterte. In zwei großangelegten Projekten mit 20 Tänzern entwickelte sie 1999 zwei Dialoge Projekte, eine Recherche zwischen Tanz und Architektur sowie zum Thema des menschlichen Körpers. Dialoge I/99 fand im leergräumten Festsaal der sophiensæle statt, Dialoge II/99 im Jüdischen Museum, dem monumentalen Bauwerk von Daniel Libeskind, ebenso leer - noch vor seiner offiziellen Eröffnung.

Tanz an der Schaubühne am Lehniner Platz
Mit der Verpflichtung von Sasha Waltz und Jochen Sandig im Herbst 1999 als Mitglieder der künstlerischen Leitung war die Schaubühne am Lehniner Platz das erste Ensemble und Repertoiretheater in Deutschland, das den zeitgenössischen Tanz als gleichberechtigten Partner des Schauspiels etablierte. Das Tanzensemble umfaßte 12 feste Stellen und wurde nach Bedarf mit Gästen erweitert. Neben Sasha Waltz erarbeiteten auch Mitglieder des Ensembles wie Luc Dunberry, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola u.a. Produktion. Darüberhinaus wurden internationale Künstler wie Emio Greco/Pieter Scholten, Christine de Smedt, Sidi Larbi Cherkaoui und Benoît Lachambre an die Schaubühne eingeladen, um Gastchoreographien zu entwickeln.
Bedeutende Choreographen wie Alain Platel, Meg Stuart, Jérôme Bel, Gilles Jobin und William Forsythe gaben Gastspiele oder arbeiteten an Koproduktionen. Außerdem veranstalteten Sasha Waltz und Jochen Sandig an der Schaubühne eine jährliche Choreographenwerkstatt, die sich als ein experimentelles Forum zur Nachwuchsförderung verstand. Neben Gästen wie Constanza Macras und anderen freien Choreographen hatten die Tänzer des Ensembles Gelegenheit erste eigene Stücke vorzustellen. Sasha Waltz eröffnete mit der Uraufführung von »Körper« im Januar 2000 die Schaubühne unter neuer Künstlerischer Leitung. Im November 2000 folgte die Uraufführung der Produktion »S«. Neben diesen Repertoireproduktionen spielten in der Arbeit von Sasha Waltz weiterhin Recherche-Projekte unter dem Titel »Dialoge« eine wichtige Rolle. Mit »17-25/4 / Dialoge 2001« bespielte sie den gesamten Innen- und Außenraum des Mendelsohn-Baus am Lehniner Platz. Das aus dieser Recherche entstandene Stück »noBody« (UA 2002) bildete den Abschluß einer Trilogie über den Menschen und seinen Körper. Die choreographische Installation »insideout«, eine Koproduktion mit der Kulturhauptstadt Europas Graz 2003, wurde im September 2003 in Graz uraufgeführt. 2004 entstand »Impromptus« zu Musik von Franz Schubert. Luc Dunberry erarbeitete an der Schaubühne die beiden Produktionen »The rest of you« (2000) und »Seriously« (2001). Außerdem entstanden die Stücke: »My Dearest...My Fairest« (2000) und »Colours may fade...« (2004) von Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola und der australischen Musikperformerin Joanna Dudley sowie »d'avant« (2002) des Choreographenkollektivs Sidi Larbi Cherkaoui, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola, Damien Jalet und Luc Dunberry.

sasha waltz & guests
Seit März 2004 ist die unabhängige Compagnie Sasha Waltz & Guests wieder der Dreh- und Angelpunkt sowohl von Sasha Waltz und Jochen Sandig wie auch der mit ihnen assoziierten Choreographen und Künstler Luc Dunberry, Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola u.a. Auftakt für die Wiederbelebung der unabhängigen Compagnie war das Opern-Projekt »Dido & Aeneas«, das im Winter 2004/2005 gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin und in Koproduktion mit dem Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg, der Opéra de Montpellier und der Staatsoper Berlin erarbeitet wurde und zu einem internationalen Erfolg avancierte. In der Schaubühne am Lehniner Platz werden auf Grundlage einer im September 2007 getroffenen Vereinbarung pro Jahr 25 Vorstellungen der dort entwickelten Produktionen „Körper“, „S“, „noBody“, „Impromptus“ und „Gezeiten“ gezeigt. Mit einem kleinen Stab von Mitarbeitern und einem festen Ensemble von zunächst 9 Tänzern produziert Sasha Waltz & Guests als eigenständige Compagnie und international tätiges Kulturunternehmen unterschiedliche Projekte innerhalb und außerhalb Berlins. Gemeinsam realisiert das Team einen umfangreichen, weltweiten Spielbetrieb von ca. 120 Vorstellungen pro Jahr, die Dynamik und das Potential von Sasha Waltz & Guests mit Künstlern aus über 25 Ländern soll außerdem den Tanz in Berlin und Deutschland stärken.
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